Heinz Vorwerk

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Heinz Vorwerk Foto Oben: „Einmal mit dem Feger drüber“ – Frank Vorwerk mit einem der filigranen Stuckmuster, das so auch in Warendorf zu finden ist. | Unten: Es geht um Körnung, Farbton, Material – ein winziger Einblick in die Vielfalt der Mittel, die zur Herstellung der passenden Materialien notwendig sein können. | Fotos: Rieder

Vorwerk veredelt Architektur

Stuckateure durch KI nicht zu ersetzen

Warendorf (jor). Das alte und immer noch wahre Sprichwort „Handwerk hat goldenen Boden“ ergänzt Frank Vorwerk, Geschäftsführer der Heinz Vorwerk GmbH, mit einer auf Gegenwart und Zukunft gerichteten Formulierung: „Der Handwerksberuf, speziell in den Bereichen Bau- und Stuckateure, ist der Bereich im Handwerk, der nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen, der die geringste Gefahr der Rationalisierung durch KI erfüllt!“

Langfristig sichere Arbeitsplätze

Vereinfacht ausgedrückt: Eine Ausbildung in diesem Bereich wird langfristig sichere Arbeitsplätze bedeuten. Der Grund ist, dass Automatisierung und Künstliche Intelligenz vordringlich Berufe mit gleichbleibenden, wiederkehrenden Tätigkeiten ersetzen können – und die kommen in dieser Form bei „Vorwerk Stuck und Putz“ nicht vor.
„Wir veredeln Architektur“ lautet der Slogan der Firma, der auf jedem ihrer Fahrzeuge zu lesen ist. Das ist ernst gemeint. Denn nicht nur beim Stuck mit seinen meist sehr individuellen und oft sehr filigranen Ornamenten, sowie gezielt angepassten Strukturen, sondern auch beim Putz geht es bei Vorwerk um mehr, als einer Wand eine Verkleidung zu geben.

Frühzeitig bezahlter Einstieg

Vorwerk verweist auf die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten und unterschiedlichen Berufsfelder. Nicht uninteressant dabei der frühzeitig bezahlte Einstieg. Vielfach unbekannt, aber ein lohnenswerter Weg: Das Triale Studium, das drei Abschlüsse in einem Programm kombiniert. Berufsausbildung, berufliche Weiterbildung zum Meisterbrief und einen akademischen Bachelor-Abschluss.
„Bauingenieur“, sagt Vorwerk. Dieser Weg sei „super anspruchsvoll“, sowohl von der Arbeit her als auch intellektuell aber „man verdient vom ersten Tag an Geld“. Die Arbeit in diesem Berufsbereich sei auch körperlich sehr fordernd, erläutert er und erklärt damit, warum der Anteil der weiblichen Kräfte, die sich dafür entscheiden, gerade mal bei rund einem Zehntel der gesamten Mitarbeiterzahl – bei Vorwerk mit einem Altersdurchschnitt von 37 Jahren – liegt. Er unterstreicht, dass die Arbeit sehr erfüllend sei. „Das Ganze hat einen Sinn. Ich sehe, was ich voranbringe, das Werk, die Veränderung. Ich kann viel ausprobieren und erlebe viele Herausforderungen.“

Arbeit in Schlössern

Viele der Arbeiten, seien es beispielsweise Stuckdecken in Schlössern, am Prinzipalmarkt in Münster oder Arbeiten am Dom in Münster, sind sehr anspruchsvoll. Stuck und Putz kann einerseits die schlichte Hauswand oder andererseits auch Restaurierung und Denkmalpflege sein. Mitunter beides, denn mancher Wand sieht man ihre Genialität erst beim zweiten Hinsehen an.
Norderney, St. Tropez, Genfer See - der Name Vorwerk hat einen hohen Bekanntheitsgrad und ein hohes Renommee. Da kommt es mitunter auch zu Einsätzen auf Luxusyachten.

Im Handwerk ist das Auge wichtig

Deutlich hebt Vorwerk noch einmal die Verknüpfung von handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten heraus, wobei jeder für sich entscheide, was persönlich überwiegen soll. Für alle aber gelte gleichermaßen, dass im Handwerk die Hände das zweitrangige Werkzeug sind. „Das wichtigste im Handwerk ist das Auge“, macht er deutlich. „Ich muss sehen, ob etwas gut oder schlecht aussieht. Handwerklich können viele, aber wirklich gucken können die wenigsten.“ Wer das kann, wird den Slogan „Wir veredeln Architektur“ sofort verstehen.